Rohrführung und weitere Komponenten der Anlage
GEFAHR
Berstgefahr von Bauteilen und Rohren durch Flüssigkeitsüberdruck.
Schwere Verletzungen möglich.
Maximal zulässige Drücke nicht überschreiten!
Gefahr von Verdichterausfall durch Überflutung mit Öl im Stillstand!
Das Magnetventil in der Öleinspritzleitung unmittelbar beim Verdichter anordnen (Ausnahmen sind OS.85 und HS.85, sie haben ein internes Ölstoppventil).
Für CS. Verdichter: Magnetventil unmittelbar vor dem Öleintrittsanschluss des Verdichters anordnen und elektrisch parallel zum Verdichterschütz ansteuern (d.h. Magnetventil ist geschlossen wenn der Verdichter steht).
Bei allen Ölanschlüssen, die nachträglich angebracht werden:
Gefahr von Kältemittelverlust!
Vor Inbetriebnahme der Anlage neu montierte Rohrleitungen auf Druckfestigkeit und Dichtheit prüfen!
- Ölkühler in unmittelbarer Nähe zum Verdichter aufstellen.
- Die Rohrführung so gestalten, dass keine Gaspolster entstehen können und eine rückwärtige Entleerung des Ölvorrats in den Ölabscheider während des Stillstands ausgeschlossen ist (Ölkühler bevorzugt unterhalb des Verdichters / Ölabscheiders anordnen).
- Um die Wartung des Ölkühlers zu vereinfachen, empfehlen sich Absperrventile (Kugelventile) in den Ölleitungen.
- Ein Schauglas zur Ölflussüberwachung wird empfohlen.
- Für CSH Verdichter mit entfernt aufgestelltem Ölkühler oder nicht einwandfrei gesicherter Sauberkeit der Bauteile ist außerdem ein Ölfilter nötig.
- Ölkühler müssen thermostatisch gesteuert werden (Thermostatische Regelung des Ölkühlers).
Ölbypass
Zur raschen Aufheizung des Ölkreislaufs und Minderung des Druckverlustes bei kaltem Öl ist ein Ölbypass (ggf. auch eine Beheizung des Kühlers bei Stillstand) zwingend erforderlich, wenn:
- das Ölvolumen von Kühler und Ölleitungen > 25 dm3 beträgt (z.B. Parallelverbund mit gemeinsamem Ölkühler) oder das Ölvolumen von Kühler und Ölleitungen größer ist als die Verdichter-Ölfüllung (bei CSH. Verdichtern)
- die Öltemperatur im Kühler bei längerem Stillstand unter 20°C sinken kann (z.B. bei Installation des Ölkühlers im Außenbereich oder wenn der Ölkühler im Verflüssiger integriert ist)
Das Ölbypassventil sollte eine modulierende Steuerfunktion haben. Es handelt sich um ein temperaturgesteuertes Dreiwege- bzw. Durchflussregelventil und ist in den Anlagenschemata dargestellt als:
. Der Einsatz eines Magnetventils (taktende Steuerung) erfordert höchste Ansprechempfindlichkeit des Steuerthermostats und minimale Schaltdifferenz (effektive Temperaturschwankung <10 K).
Der ölseitige Druckverlust in Kühler und Rohren sollte im Normalbetrieb 0,5 bar nicht überschreiten.
In Kombination mit einer automatischen Abpumpschaltung können erhöhte Schaltzyklen resultieren. Sie müssen durch entsprechende Einstellung des Niederdruckwächters und der Pausenzeit (Zeitrelais) auf die maximalen Anläufe pro Stunde begrenzt werden, die in der jeweiligen Betriebsanleitung stehen (Liste: Einleitung). Bei offenen Verdichtern sind die Vorgaben des Motorenherstellers zu berücksichtigen. Je nach Betriebsart kann auch ein einmaliger Abpumpvorgang vor dem Ausschalten ausreichen.
Für HS. und OS. Verdichter ist außerdem folgendes nötig:
- Rückschlagventil nach dem Ölabscheider
- Druck-Ausgleichsleitung zwischen Ölabscheider und Sauggasleitung
- Ø 6 mm - 1/4''
- durch Magnetventil gesteuert
- nur im Stillstand geöffnet – bei Parallelverbund darf das Magnetventil nur bei Abschaltung aller Verdichter geöffnet sein
Externe Ölpumpe
Eine externe Ölpumpe ist in Anlagen nötig, bei denen sich direkt nach dem Verdichteranlauf keine ausreichende Öldruckdifferenz aufbauen kann, z.B.:
- in großen Parallelverbundanlagen mit zeitweise niedriger Verflüssigungstemperatur, z.B. im Winter
- oder bei Boostern mit geringen Druckdifferenzen
Für solche Anwendungen wurde für die Verdichter HSKB85, OSKB85 und OSKAB85 eine Sonderausführung ohne Ölstoppventil entwickelt. Zusätzlich ist ein Magnetventil im Lieferumfang enthalten, das in die Ölleitung eingebaut werden muss.